Rhetorik-Seminar

In jedem Jahr bietet die Schule mit finanzieller und organisatorischer Hilfe der Konrad-Adenauer-Stiftung für die Schülerinnen der Q1 ein Rhetorik-Seminar als Unterstützung für Oberstufenarbeit und späteren Beruf an. In besonderer Umgebung und intensiven Seminaren bieten Experten über vielfältige kreative und immer wieder auch videogestützte Zugänge Beispiele und Trainingsmöglichkeiten für sicheres, selbstbewusstes Auftreten, Reagieren, Referieren und Diskutieren – Fähigkeiten, die nicht erst im Bewerbungsgespräch erfolgreich machen...

Rhetorik-Seminar 2018 - die (Lehre von der) Kunst der Rede

Vom 17.01.2018 bis 18.01.2018 konnten Schülerinnen der Q1 an einem Rhetorikseminar im Tagungs- und Stadthotel Franz teilnehmen, welches von Frau Schürmann-Preußler und Frau Severin organisiert worden ist. Unter der Leitung von Dr. Werner Dieball und Dr. G. Linn stand das Seminar unter dem Motto „Besser auftreten. Besser wirken. Mit Körper, Sprache und Stimme überzeugender auftreten.“ Die Kommunikations- und Medientrainer vermittelten uns, wie wir unsere persönliche Wirkung auf andere verbessern können, um dies z.B. in Referaten und in der bevorstehenden mündlichen Prüfung im Abitur anwenden zu können. In praxisnahen Übungen, in denen wir zu einem uns fremden Thema geredet haben, um eigene Verhaltensmuster zu erkennen und gleichzeitig die eigene Körpersprache und Stimme bewusster wahrzunehmen und gezielter einzusetzten, wurden wir visuell aufgenommen. Anschließend wurden die aufgenommenen Videos im Plenum besprochen. Gelacht haben wir an den zwei Tagen nicht zu knapp, da wir uns bei vielen Sprach- und Sprechübungen zum Affen gemacht haben. Ganz hoch im Kurs waren Zungenbrecher und ein Spiel, bei dem man vier verschiedene Nomen in einer zusammenhängenden Geschichte unterbringen musste.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir sehr viel Spaß hatten und man das Rhetorikseminar nur weiterempfehlen kann.
 
IMG_20180117_151626
 
IMG-20180119-WA0002
 
20180117_115114
 
IMG_20180117_151521
 
IMG_20180122_204034

Impressionen vom Rhetorik-Seminar 2017

SDC12240

SDC12244

SDC12248

SDC12252

SDC12255

SDC12256

SDC12243

Ich mag die Art, wie Sie denken - Rhetorik-Seminar 2016

Die Hände zittern. Der Kopf ist rot wie eine Tomate. Die Beine fühlen sich an wie Wackelpudding. Vor sich hat man dreißig gespannte Augenpaare, die darauf warten, dass man loslegt. Nun gut, da muss man halte durch. Kaum vorne angekommen beginnt man auch schon seinen Text zu nuscheln. Viel zu schnell, viel zu leise liest man die Sachen vor, die dort in winzigen unleserlichen Buchstaben auf der Karteikarte stehen. Und dann fängt auch noch jemand an zu reden und zu lachen. Schweiß tritt auf die Stirn. Jetzt ruft jemand etwas in den Raum hinein. Ignorieren - weitermachen. Wo war der rote Faden jetzt noch mal? Stottern. Keine Ahnung.
Jeder kennt diese Angst, die Angst, vor einer Gruppe zu stehen und nichts mehr herauszubringen. Die Angst, sich zu blamieren. Die Angst, von der ganzen Gruppe ausgelacht zu werden.
Doch ungefähr dreißig Schülerinnen des elften Jahrgangs hatten beschlossen, das zu ändern. Vorträge sollten nicht mehr Angst bedeuten. Rhetorik ist überall gefragt, sie wollten ihren Auftritt besser machen. Der erste Tag des Seminars war noch seltsam, sollte man sich selbst doch zum ersten Mal in der Videoaufzeichnung analysieren. Es gab viel Kopfschütteln darüber, wie unfertig Reden und Auftreten waren. Doch schon in dem zweiten Video lassen sich Verbesserungen feststellen und nach vielen Übungen haben wir für das dritte Mal viel dazugelernt. Jeder hält noch eine Abschlussrede, die mit Applaus quittiert wird.
„Guten Tag, meine Damen und Herren, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, sich diese Ausführungen anzuhören. Ich würde Ihnen gerne das Thema „Trinken während der Unterrichtszeit“ etwas näher bringen, da ich selbst betroffene Schülerin bin und es viele unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema gibt.“
„Langweiiillligg!“
„Vielen Dank. Bereits jetzt schätze ich Ihre ehrliche und offene Art zu kommunizieren. Wenn ich nun aber fortfahren dürfte... Denn es gibt sowohl positive als auch negative Aspekte, die man gleichwertig betrachten muss, bevor man sich eine Meinung bildet. Ich persönlich vertrete die Meinung, dass das Trinken im Unterricht erlaubt sein sollte.“
„Musst du immer den Chef spielen?“
„Wenn du mit Chef spielen meinst, dass ich versuche, die Situation der Schüler in den Stunden zu verbessern, dann ja, dann muss ich Chef spielen.
Negative Aspekte sind zum Beispiel, dass das Knistern der Plastikflaschen stört, dass die Flaschen umgeworfen werden können und der Boden nass ist oder gerade die jüngeren Schülerinnen und Schüler die Geduld der Lehrer durch zu häufiges Trinken überstrapazieren, meiner Meinung nach sind auch alle drei Aspekte gut nachvollziehbar, dennoch bin ich der Meinung, dass die positiven Argumente schwerwiegender sind. Wenn man den Kindern erlaubt, während der Unterrichtszeit zu trinken, kann das zur Vorbeugung von Kopfschmerzen dienen, die Kinder würden also nicht mehr so häufig während des Unterrichts fragen, ob sie kurz an die frische Luft dürften, weil es ihnen nicht so gut ginge, die Fragerei, ob man etwas trinken dürfte, entfiele, d.h. dadurch würde der Unterricht auch nicht mehr gestört. Da jeder Mensch einen anderen Bedarf an Flüssigkeit hat, kann es durch ein generelles Trinkverbot im Unterricht auch dazu kommen, dass sehr oft Kreislaufprobleme auftreten können, was nicht nur das betroffene Kind beeinträchtigt, sondern den gesamten Unterrichtsverlauf negativ beeinflussen kann.“
„Musst du denn immer gegen alles sein?“
„Ich mag die Art, wie du denkst. Gerade deshalb bin ich der Meinung, dass zumindest der Kompromiss eingegangen werden sollte, dass man in der Oberstufe trinken darf, ohne zu fragen, da man dann in einem Alter ist, in dem man selber einschätzen kann, ob man unbedingt trinken muss oder nicht. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.“
Die Aufregung vor dem Vortrag wird bleiben. Aber die Angst ist verschwunden. Methoden für Reden in jeder Situation wurden einstudiert und die Körpersprache ist auf dem Weg zur Perfektion. Es wurde gelernt, wie man seine Zuhörer fesselt und erzählt, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Und wenn dann doch jemand im Publikum sitzt, der durch Zwischenrufe oder -fragen meint stören zu müssen, kann man nun mit Verbalattacken zurückfeuern. Denn die Nervosität bleibt, aber die Angst ist nun weg.



Rhetorik - Seminar der Q1 in Düsseldorf am 19. und 20. Januar 2016 - organisiert von der KAS - durchgeführt von den Herren Dr. Dieball und Dr. Linn.