Geschichte im Schulprogramm

„Geschichte ist die geistige Form, in der sich eine Kultur über ihre Vergangenheit Rechenschaft gibt.“ (Johan Huizinga)

Es ist ein wesentliches Kennzeichen aller gesellschaftlichen Kulturen, dass sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinander setzen. In dieser Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte entwickeln soziale Gruppen ihre historische Identität, um so dem Bedürfnis und Wunsch nach Selbstvergewisserung und Sinngebung in der Zeit zu entsprechen. In diesem Prozess der Sinngebung wird der Vergangenheit eine bestimmte Deutung gegeben, auf deren Grundlage ein passendes Bild der Vergangenheit entsteht. Dabei geht es jedoch nicht ausschließlich um eine Identitätsstiftung, vielmehr ermöglicht Geschichte auch, die Gegenwart in einen Zusammenhang einzuordnen, besser zu verstehen und eine auf die Zukunft gerichtete Perspektive einzunehmen. 

Mit Blick auf unsere Schülerinnen und Schüler ist es Ziel des Geschichtsunterrichts, ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein zu fördern. Dies geschieht z. B., indem sie sich mit Neugier und Interesse fragend der eigenen Geschichte wie auch der Geschichte anderer Kulturen und Menschen zuwenden. In diesem Zusammenhang sollen sie die eigenen in einen Bezug zu fremden Lebensformen und -werten setzen. Weiterhin soll den Schülerinnen und Schülern bewusst werden, dass nicht die alleinige Sammlung von Fakten die Darstellung von Geschichte prägt, sondern sie insbesondere Fragen folgt, die von der Gegenwart an die Vergangenheit gestellt werden und von unterschiedlichen Interessen geprägt sind. Ziel ist es zudem, dass die Schülerinnen und Schüler im Geschichtsunterricht erkennen, dass ihre individuelle Lebenssituation historisch bedingt ist und sie aus diesem Bewusstsein heraus
Handlungsperspektiven für das eigene und gesellschaftliche Leben gewinnen können. Wesentliche Grundlage für diese Prozesse ist das Erkennen und Verstehen von unterschiedlichen Herrschafts-, Rechts- und Sozialstrukturen in der Vergangenheit. 

Um diese Ziele zu erreichen, müssen unsere Schülerinnen und Schüler grundlegende fachspezifische Methoden lernen und kontinuierlich vertiefen.
Um das Geschichtsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu fördern ist es daher notwendig im Geschichtsunterricht historische Kompetenzen, wie Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenz einzuüben und zu lernen. Ausgehend vom christlichen Selbstverständnis unserer Schule bildet zusätzlich die christliche Perspektive einen weiteren Schwerpunkt des Unterrichts. So soll an ausgewählten Beispielen (etwa Reformation, Kirche im NS, Kirche und soziale Frage, Klöster im Mittelalter) die Rolle des Christentums in der Geschichte kritisch untersucht werden. Ein besonderes Anliegen der Fachgruppe Geschichte ist es zudem, die konzeptionelle Zusammenarbeit mit anderen Fächern weiterzuentwickeln.