Elternvorträge in der B.M.V.-Schule

Chance oder Störfaktor? Die Beziehungen zwischen neuen geistlichen Bewegungen und Pfarrei

Liebe Eltern,

zum ersten Elternvortrag im Schuljahr 2015/16

am Mittwoch, 21. Oktober 2015, 19.30 Uhr,

laden wir Sie herzlich ein.

Herr Dr. Geßmann, Pastor der Gemeinde St. Maria Empfängnis, zu der auch Kloster und Schule gehören, wird zu dem Thema: Chance oder Störfaktor? Die Beziehungen zwischen neuen geistlichen Bewegungen und Pfarrei sprechen, zu dem er eine Studie an der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt hat. Mehrere Entwicklungen der letzten Jahre machen einen solchen Blick interessant: In der heutigen Zeit findet eine Verschiebung der Vermittlung von Glauben statt: Nicht mehr die institutionelle Vergewisserung (durch den Pastor), sondern die wechselseitige Vergewisserung wird gesucht. Als Mitglieder des Bistums Essen haben viele gläubige Menschen in den letzten Jahren schmerzliche Veränderungen durch die Neustrukturierung der Pfarreien erfahren. Dieser kirchliche Strukturwandel und insbesondere die neuen großräumigen Territorialstrukturen bringen die Gefahr der Anonymisierung und des Verlustes der Nähe zu den Menschen mit sich. Auf der Suche nach Halt gelten vielen neue geistliche Bewegungen und Gemeinschaften und andere pastorale Initiativen als Lösung, z. B. Neokatechumenale Gemeinschaften, die Gemeinschaft Sant` Egidio, der Charismatische Gebetskreis, Kleine Christliche Gemeinschaften. In den Pfarreien kommt es aber immer wieder zu Auseinandersetzungen und Zerwürfnissen zwischen dieser Bewegungskultur und herkömmlicher und territorial gewachsener Gemeindewirklichkeit. In acht deutschen Diözesen hat Dr. Geßmann Fallstudien durchgeführt, unterschiedliche Gruppen geistlicher Bewegungen kennengelernt, befragt und das Verhältnis zwischen ihnen und der Pfarrei, zu der sie gehören, untersucht. Da der Prozess der Veränderung in der Kirche noch lange nicht abgeschlossen ist, sind diese Ergebnisse relevant für die Zukunft.

Über Ihre Teilnahme an der Veranstaltung freuen wir uns

Schwester Ulrike Michalski                                Barbara Schürmann-Preußler

Gefangen im Netz? Die Faszination virtueller Welten

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Viele Eltern interessierten sich für das Thema des Elternvortrags von Dr. Richterich, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie im St. Josef - Krankenhaus in Bochum.
Der Besuch dieses Abends hat sich für die „Einwanderer ins digitale Zeitalter“ - so nannte Dr. Richterich die Erwachsenen im Gegensatz zu den „Eingeborenen“, den Kindern - sehr gelohnt. Herr Dr. Richterich führte in das Thema durch Erläuterungen zu Web 2.0 ein, um die radikalen Veränderungen der letzten Jahre zu verdeutlichen. Positive Folgen der Möglichkeiten im Netz wie z.B. die Kommunikation mit Menschen, die ein besonderes, seltenes Hobby haben, wurden genannt. Doch im Mittelpunkt standen die Probleme. Herr Dr. Richterich stellte Fälle von Suchtverhalten vor, zeigte Ausschnitte aus Spielen, die aktuell sehr beliebt sind, erläuterte die Problematik unter Zuhilfenahme von Statistiken. IMG_3257
Beeindruckend war der Hinweis auf die Bedeutung einzelner Spielelemente, die das Spiel für den Benutzer interessant machen:
z.B. das Pokemon – Prinzip: Es bedarf nicht einer besonderen Fähigkeit, der Gewinn ergibt sich über die Dauer des Spiels, die Ausdauer – damit ist es für jeden möglich/ das Ziel ist erreichbar – die Belohnung erfolgt sofort/ es geht nicht um Gewinn, sondern die Klarheit der Rückmeldung. Damit wurde deutlich, dass ein Verteufeln der neuen Medien nicht zielführend sein kann.
Doch immer wieder wurde deutlich hervorgehoben, dass nichts den Kontakt zu Menschen ersetzen könne, „kein Computer ist so spannend wie ein Mensch“, um erfolgreich zu sein, müsse man sein Gegenüber entschlüsseln können, dazu bedürfe es der echten sozialen Kontakte.

Mit einem Leitfaden für Eltern und Erzieher können die Besucher im realen Leben versuchen, mit ihren Kindern die Probleme der neuen Medien anzugehen, dazu noch Herr Dr. Richterich: „Es ist das Vorrecht der Eltern, Kinder zu frustrieren!“

Herzlichen Dank dem Referenten für diese sehr interessante und informative Einführung der „Einwanderer“ in die virtuelle Welt vieler Kinder – aber auch herzlichen Dank allen anwesenden Eltern für die offensichtlich großzügigen Spenden für den Verein „Villa Kunterbunt“ - den Verein von Dr. Richterich für Kinder und Jugendliche in Not – wenn die Krankenkassen nicht zahlen.

 

 

 

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Ein Dank geht an die Technik:

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Nachlese zum Elternvortrag von Frau Dr. Schoonbrood

Frau Dr. Schoonbrood sprach am 11.3.2014 vor einer großen Zuhörerschaft, über 100 Eltern waren gekommen, um sich über das Thema „Pubertät“ informieren zu lassen.
Der Titel des Vortrags enthielt den Begriff der Chance – eine andere Sicht auf diese von vielen – Eltern, Lehrern, Betroffenen - als schwierig empfundene Zeit.
Wo liegt die Chance? Die Gehirnentwicklung des Kindes eröffnet in dieser Zeit der Veränderung und Verbindung der Synapsen die Möglichkeit, auf das Kind Einfluss zu nehmen.
Frau Dr. Schoonbrood sieht hier nicht nur die Chance, sondern vor allem die Verantwortung der Eltern – diesen Einfluss nicht anderen (Personen und Medien) zu überlassen. Heute erfolgt oft ein Rückzug der Eltern, da sie glauben, dass das Kind vieles/ alles wisse, sich im Internet mehr Informationen besorgen könne als die Eltern.
Doch das ist zu kurz, falsch gedacht. Kinder haben viele Fragen, brauchen Hilfe, fühlen sich oft alleingelassen, entdecken den Widerspruch zwischen eigenen Beobachtungen und Angeboten in den Medien, ihre wirklichen Fragen werden dort oft nicht beantwortet oder die Antworten führen zu neuen Nöten.
Die Eltern sind heute mehr denn je gefragt – dazu gab es Hilfestellungen von der Referentin: z.B.
  • Ins Gespräch eintreten, bevor eine Veränderung da ist: körperliche Veränderung, Menstruation/ Samenerguss, der erste Freund/ die erste Freundin, Verhütungsnotwendigkeit
  • schon im Kindesalter feste Begriffe für Körperteile benutzen
  • Schamgefühle auch als Eltern zeigen
  • klare Äußerungen zu sexuellen Themen (Zeitung, Fernsehen..)
  • sich im Gespräch auf der Ebene des Allgemeinen bewegen – Hinzuziehen von Statistiken
  • alle Vorgänge positiv darstellen (Menstruation, Geburt)
  • reden – weiter reden – im Gespräch bleiben (unabhängig von der Reaktion des Kindes)
  • klare Verbote setzen, z.B. Sexseiten/ Pornographie im Internet (Kinder wollen Grenzen – und Verbotenes ist unabhängig vom Verbot interessant)
Frau Dr. Schoonbrood zeigte anhand von Notizen von Schülerinnen und Schülern aus ihrer Arbeit in Schulen, dass ihre Hinweise auf Aussagen von Jugendlichen basieren.

Wer ein Allheilmittel gegen das „Übel“ Pubertät erwartet hat, sah sich enttäuscht – aber wenn es das gäbe, bräuchte es eine solche Veranstaltung nicht.
Als wirksame Mittel zur Ergreifung der einmaligen Chance im Leben des Kindes ergaben sich dennoch klar aus allen Ausführungen: Liebevolle Zuwendung, ein klarer Standpunkt, Grenzziehung, kein Zurückweichen, viel Zeit, Reden/ Gesprächsbereitschaft.

Herzlichen Dank an die Referentin!

Nachlese zum Elternvortrag von Frau Dr. Gendolla

2013-11-21 Elternvortrag
Wenn der Kopf zerbricht – Diagnose und Therapie von Schmerzen bei Schulkindern

Ein kurzer Rückblick auf den Vortrag von Frau Dr. Gendolla am 21.11.2013: Mehr als 50 Eltern haben sich für das Thema „Kopfschmerz / Schmerz bei Kindern“ interessiert, nach einem informativen und sehr interessanten Vortrag wurden viele gezielte Fragen gestellt, es wurde deutlich, dass im Publikum viele Betroffene saßen. In den Fragen und Kommentaren zeigte sich große Offenheit, auch über eigene Erfahrungen und Probleme zu sprechen, vielleicht, weil Frau Dr. Gendolla ebenfalls persönliches Erleben in ihre Ausführungen einfließen ließ.
Wichtig war ihr der Hinweis, dass nach genauer Diagnose auch Kinder Schmerzmittel erhalten dürfen und sollen, damit sich kein Schmerzgedächtnis bildet, was eine Heilung sehr erschwert. Viele Eltern aber scheuen davor zurück, möchten gern abwarten, haben Angst vor Medikamenteneinsatz bei Kindern. Frau Dr. Gendolla hielt dagegen, dass man bei Diabetes das Insulin auch nicht verweigere. Eine Zuhörerin brachte das Problem auf ihre Weise auf den Punkt: Wenn es ihrem Hund schlecht gehe, suche sie ja auch den Tierarzt auf und gebe Medikamente – wieso sollten dann Kinder leiden?

Bleibt noch der Hinweis auf die Gruppe, bei der auch Frau Gendolla zusammen mit einem großen Expertenteam mitarbeitet „Initiative schmerzfrei“.

Herzlichen Dank der Referentin und allen Besuchern und Diskussionsteilnehmern.