Kloster BMV vom Klostergarten aus Konvent beim Antrittsbesúchs von Bischof Franz-Joseph Overbeck am 27.2.2010 Schwesternchor in der Klosterkirche

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

Wer in ein Kloster eintreten möchte, gibt aus dem Glauben heraus und in freier Entscheidung mit liebendem Herzen eine Antwort auf den Ruf Gottes.

Du verspürst eine wachsende Unruhe des Herzens und bist auf der Suche nach dem MEHR des Lebens?

Du bist bereit, dein Leben auf Gott hin auszurichten und es aus der Liebe zu ihm zu gestalten?

Du bist bereit, dich in die bestehende Gemeinschaft einzufügen, die Mitschwestern so anzunehmen wie sie sind?

Du bist bereit, wie ein Herz und eine Seele mit den Mitschwestern auf dem Weg zu Gott zu sein?

Du bist bereit, dich mit ganzem Herzen für die Gemeinschaft und für die Ziele unseres Ordens (Bildung der Jugend) einzusetzen? 

Du bist katholisch getauft oder konvertiert und nimmst aktiv am Gemeindeleben teil bzw. praktizierst deinen Glauben?

Du hast eine lebendige Beziehung zu Gott und möchtest sie gern weiter vertiefen?

Du bist mindestens 18 Jahre alt, ledig und frei von sorgerechtlichen Verpflichtungen?

Du kannst eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung vorweisen?

Du hast möglichst eine zeitlang auf eigenen Beinen gestanden und warst für dein Leben selbst verantwortlich?

Du verfügst über eine stabile Gesundheit an Leib, Seele und Geist?

Du hast Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen?

Du möchtest mit deinem Leben ein authentisches Zeugnis deines Glaubens geben?

Dann könnte ein Leben als Augustiner Chorfrau für dich das Richtige sein!

Schritte ins Kloster

Das Hineinwachsen in eine klösterliche Gemeinschaft vollzieht sich in mehreren Schritten. Am Anfang steht ein unverbindliches Kennenlernen: die Kandidatin kommt häufiger zu Besuch und „schnuppert“ in unser Klosterleben hinein. Die Länge und Anzahl der jeweiligen Besuche werden dabei ganz individuell geregelt.

Ein erster kleiner Schritt in die Verbindlichkeit ist die Aufnahme in das Postulat. Die Postulantin bezieht eine Zelle im Noviziat und lebt in ziviler Kleidung mit uns. Sie nimmt am Leben der Gemeinschaft teil und wächst so allmählich in das Ordensleben und in die Gemeinschaft hinein. Außerdem erhält sie eine schrittweise Einführung in das Ordensleben und in die Spiritualität unseres Ordens und kann ihre religiösen Kenntnisse erweitern und vertiefen. Die Dauer des Postulats wird individuell bemessen. Es dauert mindestens sechs Monate und sollte zwei Jahre nicht überschreiten.

Nach Ablauf des Postulats kann die Postulantin um Aufnahme in das Noviziat bitten. Bei der Feier der Einkleidung erhält sie unser Ordenskleid mit einem weißen Schleier. Nun beginnt das kanonische Noviziat, das mindestens zwölf Monate dauert. In dieser Zeit setzt sich die Novizin intensiver mit der Augustinusregel, den Konstitutionen, der Ordensgeschichte und -spiritualität auseinander sowie mit der Liturgie, der hl. Schrift und der Theologie des Ordenslebens, besonders der Gelübde.

Einkleidung
Das Ordenskleid und der Schleier liegen bereit

Entschließt sich die Novizin nach Ablauf des Noviziats zu bleiben, so kann sie darum bitten, die zeitliche Profess ablegen zu dürfen. Dies geschieht im Rahmen einer hl. Messe. Bei dieser Feier erhält die Neuprofesse als äußeres Zeichen den schwarzen Schleier. Durch die Gelübdeablegung verpflichtet sich die Schwester, nach dem Geist der evangelischen Räte (Armut, Gehorsam, jungfräuliche Keuschheit) zu leben und bindet sich für eine befristete Zeit, für drei Jahre, fest an unser Kloster.


Bei der zeitlichen Profess

Mit der Ablegung der zeitlichen Profess beginnt das Juniorat. In dieser Phase kann beispielsweise eine Berufsausbildung oder ein Studium weitergeführt und beendet werden. „Die Jahre der zeitlichen Profess dienen [zudem] der weiteren Prüfung und Vertiefung im Hinblick auf das Leben aus den Gelübden und die Aufgaben unseres Ordens. Während dieser Zeit sollen lebendiger Glaube und Bereitschaft zum apostolischen Dienst, Fähigkeit zum Leben und Arbeiten in der Gemeinschaft sowie Selbstständigkeit und Ausgeglichenheit wachsen.“ (Konstitutionen III, 168)

Nach Ablauf dieser drei Jahre kann die Schwester die zeitliche Profess entweder verlängern oder die ewige Profess ablegen. Dadurch weiht sie sich Gott und bindet sich dauerhaft an die Gemeinschaft. Erst nach der ewigen Profess ist sie ein voll verantwortliches Mitglied der Gemeinschaft mit allen Rechten und Pflichten.

Ewige Profess
Bei der ewigen Profess streckt sich die Profitentin als Zeichen ihrer Hingabe an Gott auf dem Boden aus

Vom Zeitpunkt des Eintritts bis zur Ablegung der Profess auf Lebenszeit vergehen also mindestens fünf Jahre, in denen die junge Schwester ihre Entscheidung für das Klosterleben immer wieder neu überdenken und überprüfen kann. So kann sie auch ihr JA immer wieder neu sagen.

Hab also Mut zu dir selbst im Vertrauen auf Gott. Und: Ordensleben lohnt sich!

  

   Du wagst dein Ja ... und erlebst einen Sinn,
   du wiederholst dein Ja ... und alles bekommt Sinn.
      Wenn alles Sinn hat,
      wie kannst du anders leben als ein Ja?
         Ja zu Gott – ja zum Schicksal und Ja zu dir selbst.
         Wenn das Wirklichkeit wird,
            dann mag die Seele verwundet werden,
            aber sie hat die Kraft zu genesen.

                              (Dag Hammarskjöld)