Koedukation - ein neues Kapitel in unserer Schulgeschichte

Seit Beginn des Schuljahres 2013/2014 unterrichten  wir erstmalig Mädchen und Jungen gemeinsam. Wir haben uns darüber gefreut, dass wir gleich mit vier gemischten Klassen, in denen sich 66 Mädchen und 57 Jungen befinden, an den Start gehen konnten. Im Schuljahr 2014/2015 konnten wir bereits fünf koedukative Klassen bilden.  Daneben bestand die Möglichkeit, sich für die Monoedukation zu entscheiden. Sofern dies dem Wunsch der Familien entspricht, werden wir auch im kommenden Schuljahr mindestens eine reine Mädchenklasse anbieten.

Im Zentrum unserer Pädagogik steht immer schon die Förderung des einzelnen Kindes. Mit unserem christlichen Bildungs- und Erziehungskonzept geben wir den Schülerinnen und Schülern Orientierung und Raum zur Entfaltung. Wir schaffen eine Atmosphäre der Offenheit, Zuwendung und Toleranz, die Freude am Lernen vermitteln und die Möglichkeit geben soll, eine eigenständige Persönlichkeit zu werden.

häufig gestellte Fragen

Warum werden an der BMV – Schule ab dem Schuljahr 2013/2014 Jungen aufgenommen?
Mit der Aufnahme von Mädchen und Jungen möchten wir unser Schulangebot langfristig in der Stadt sichern. In Zeiten von G8 äußern Eltern immer häufiger den Wunsch, Töchter und Söhne an derselben Schule anmelden zu können, weil dies der Familienorganisation entgegen kommt. Wir möchten unsererseits das Bildungs- und Erziehungskonzept christlicher Wertevermittlung auch für Jungen bereitstellen.

Werden Mädchen und Jungen zusammen oder getrennt unterrichtet?
Unser langfristiges Ziel ist es, eine koedukative Schule aufzubauen. Daher werden Mädchen und Jungen von Klasse 5 an gemeinsam unterrichtet. In der Übergangszeit werden allerdings erfahrungsgemäß mehr Mädchen zu uns kommen. Somit wird es neben den koedukativen Klassen auch mindestens eine reine Mädchenklasse geben. In den letzten beiden Schuljahren  kam dies den Wünschen der Familien entgegen, die die Monoedukation in der Sekundarstufe I bevorzugen.

Wie viele Klassen werden eingerichtet?
Die BMV – Schule ist fünf- bis sechszügig ausgelegt und hat damit ein großes Wahlangebot. Maximal sechs fünfte Klassen können im Schuljahr 2014/15 aufgenommen werden.

Ist es pädagogisch verantwortlich, dass Jungen in den ersten Jahren eine Minderheit an der Schule bilden werden?
Die wichtigste Gruppe für eine Schülerin oder einen Schüler in der Erprobungsstufe ist die Klassengemeinschaft. Bei der Klassenbildung werden wir darauf achten, dass in jeder Klasse mindestens ein Drittel Jungen sind. Das ist nach heutigen pädagogischen Erkenntnissen eine gute Relation. - Die Erfahrungen in den ersten Wochen dieses Schuljahres haben unsere Überlegungen bereits  bestätigt.  

Gibt es besondere pädagogische Konzepte für die Koedukation an der BMV - Schule?
Unser Grundkonzept auf der Basis christlicher Wertevermittlung richtet sich gleichermaßen an Mädchen und Jungen. Im Mittelpunkt stehen die einzelne Schülerin und der einzelne Schüler, denen wir Orientierung und Raum zur Entfaltung geben möchten. Die individuelle Förderung ist seit jeher der Kern eines christlichen Bildungsverständnisses.
Für uns bedeutet dies, dass wir jedes Kind darin unterstützen möchten, eine eigenständige Persönlichkeit zu werden. Wir möchten Mädchen und Jungen nicht auf Geschlechterklischees festlegen, denn die Individualität jeder Person ist viel bedeutsamer als die Geschlechterdifferenz.  Im Rahmen der individuellen Förderung werden wir auf genderspezifische Lernvoraussetzungen achten.

Wie sieht die reflexive Koedukation an Ihrer Schule konkret aus?
Das Wichtigste geschieht im Unterricht. Hier ist vor allem die Binnendifferenzierung eine Möglichkeit, unterschiedliche Lernwege und Interessen jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers zu berücksichtigen. Darüber hinaus richten wir in den Jahrgangsstufen fünf und sechs eine Orientierungsstunde ein. Sie dient der Stärkung der Klassengemeinschaft und der Vermittlung von methodischen Kompetenzen, begleitend zum Unterricht.
Ein sehr breites Angebot bietet unsere Schule im Förderbereich. Im Anschluss an den Unterricht finden die Hausaufgabenbetreuung und die Förderinseln statt. Daneben gibt es zahlreiche AGs zur Neigungs- und Begabungsförderung. Im außerunterrichtlichen  Förderbereich können auf Wunsch der Eltern und Kinder  monoedukative und koedukative Gruppen gebildet werden.

Gibt es für Mädchen weiterhin eine Förderung in Mathematik und Naturwissenschaften?
Im Jahrgang 8 wird es neben dem koedukativen Angebot einen Wahlpflichtkurs Informatik nur für Mädchen geben. Es ist eine starke Tradition der Schule, neben den Leistungskursen in Mathematik und Biologie einen Leistungskurs Chemie und in jüngster Zeit auch Informatik als Leistungsfach anzubieten. In den zukünftig koedukativen Kursen wird uns die Frauenförderung ein großes Anliegen bleiben.

Werden Mädchen und Jungen im Sportunterricht voneinander getrennt?
In den Jahrgangsstufen 5 und 6  werden die Schülerinnen und Schüler im Fach Sport  gemeinsam unterrichtet; zwei Wochenstunden (jeweils 67 Minuten) sind vorgesehen.

Ist die Latein plus Englisch - Klasse monoedukativ oder koedukativ?
Es wird in jedem Fall eine koedukative Klasse Latein + Englisch geben.

Können wir für unsere Tochter die monoedukative oder koedukative Klasse frei wählen?
Wir werden bei der Anmeldung Ihre Wünsche erfragen. In der Phase der Umstellung werden jedoch die Zahlenverhältnisse  und die Sprachenwahl über die Möglichkeiten entscheiden. 

Welche attraktiven Angebote gibt es für Jungen?  
Welche attraktiven Angebote gibt es für Mädchen?
Die Schule bietet ein breites außerunterrichtliches Angebot:
Sprachförderung, Sprachdiplome, Chor- und Orchesterarbeit, zahlreiche AG-Angebote, darunter auch Sport und naturwissenschaftliche AGs, schulpastorale Angebote, möglichst individuelle Hausaufgabenbetreuung, individuelle Förderung bei Leistungsschwächen, intensives methodisches Arbeiten.

Wie bereitet sich das Kollegium auf die neue Situation vor?
Aus der langen Tradition der Monoedukation an unserer Schule erwächst ein gutes Maß an Erfahrung für die reflexive Koedukation. Im Rahmen der Kollegiumsfortbildung beschäftigen wir uns mit Genderfragen und deren Auswirkung auf den Unterricht. Und in unseren Fachkonferenzen und Arbeitsgruppen arbeiten wir intensiv an pädagogischen und methodischen Konzepten für das gemeinsame Lernen von Mädchen und Jungen.

Inzwischen unterrichten wir mit 50 Lehrpersonen in neun koedukativen Klassen und schauen auf eine gute Startphase zurück. Dabei stehen wir in einem beständigen Erfahrungsaustausch und arbeiten im Alltag noch intensiver als bislang zusammen.

Was ist an der B.M.V. - Schule durch die Aufnahme von Jungen anders geworden?

Jede Klasse an der Schule ist "anders",  besitzt ihre eigene Struktur.  Dennoch hat sich etwas geändert. Durch die Jungen ist es bei uns "lebhafter" geworden. Das erfordert von Anfang an ein anderes pädagogisches Handeln und Eingreifen. Zugleich erleben wir, dass beim gemeinsamen Lernen von Mädchen und Jungen  eine ganz positive, lebendige Unterrichtsatmosphäre entsteht. - Das meiste ist an unserer Schule allerdings so geblieben, wie es war!

Wir freuen uns auf unsere neuen Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2015/2016.