Ausgestattet mit Liederbuch und einem „Lass-ab“-Chip begibt man sich in die Aula, die als Ort einer religiösen Messe fungiert. Man setzt sich hin; was einen wohl erwartet? Die Tür öffnet sich. Durch ein Meer aus Nebel und Lichteffekten wird es auf den Schultern reingetragen: Das schillernde Prisma, das Heilszeichen der Glaubensgemeinschaft der Prismiten. Das Prisma strahlt seine Tugenden in die Welt, nach denen auch die Inhalte der Messe gestaltet sind. Irgendwo zwischen Martin Luther, katholischer Liturgie, schwarzer Messe, Performance Art und sozialem Experiment rangiert eine Messe, die einen fühlen lässt, wie die Welt ist: Die Predigt ist ein Mario Barth-ähnlicher Standup, man singt gemeinsam „Warum hast du nicht Nein gesagt“ und „Every Breath You Take“ und schickt all jene Personen ans andere Ende des Saales, die nicht willens sind zu zahlen. Nach einer Stunde endet die Messe mit einer aufwendigen Show über eine in die Jahre gekommene Artpop-Hymne von Lady Gaga und lässt ein desillusioniertes und nachdenkliches Publikum zurück. Nach begeistertem Applaus kommt man über das Erlebte gemeinsam ins Gespräch.
Das Theaterstück „Das UnPrisma“ wird noch ein letztes Mal im Rahmen der Essener Schultheatertage im Maschinenhaus am 18. Juni 2026 (Donnerstag) um 14.00 Uhr sowie beim Martin-Dornseifer-Festival [geschlossene Veranstaltung] aufgeführt.


